Vier Wochen ohne Alkohol. Diesen aus arbeitsmedizinischer Sicht sehr guten Vorsatz haben Menschen, die bewusst ohne Alkoholkonsum ins neue Jahr starten und im Monat Januar komplett auf Alkohol verzichten.

Was ist der Dry January?

Der „Dry January“ – trockener Januar – ist eine Gesundheitsinitiative, die ihren Ursprung in Großbritannien hat, sich inzwischen aber auch in Deutschland etabliert hat. Das Prinzip ist einfach: Im gesamten Monat Januar wird bewusst auf Alkohol verzichtet. Ziel ist es, das eigene Konsumverhalten zu reflektieren und dem Körper nach den oft alkoholreicheren Feiertagen inkl. Jahreswechsel eine Pause zu gönnen.

Was passiert im Körper, wenn man auf Alkohol verzichtet?

Alkohol beeinflusst nahezu alle Organsysteme. Bereits ein vorübergehender Verzicht, wie er im Dry January gelebt wird, kann daher positive Effekte haben:

Leber und Stoffwechsel
Die Leber ist maßgeblich für den Abbau von Alkohol zuständig. Ohne Alkohol kann sie sich regenerieren, Fettablagerungen können sich zurückbilden und Leberwerte verbessern sich häufig schon nach wenigen Wochen. Auch der Zucker- und Fettstoffwechsel normalisiert sich.

Schlaf und Regeneration
Alkohol wirkt zwar einschläfernd, verschlechtert jedoch die Schlafqualität. Viele Menschen berichten während des Dry January über einen tieferen, erholsameren Schlaf – eine wichtige Grundlage für Konzentration, Belastbarkeit und psychische Stabilität im Arbeitsalltag.

Herz-Kreislauf-System und Blutdruck
Ein Alkoholverzicht kann zu einer Senkung des Blutdrucks führen und das Herz-Kreislauf-System entlasten.

Immunsystem und Leistungsfähigkeit
Alkohol schwächt das Immunsystem. Ohne Alkohol stehen dem Körper mehr Ressourcen zur Verfügung, um Infekte abzuwehren und sich von Belastungen zu erholen.

Gewicht und Wohlbefinden
Alkohol liefert viele „leere“ Kalorien. Ein Verzicht kann zu einer leichten Gewichtsreduktion beitragen und das allgemeine Wohlbefinden verbessern.


Wie kann der Dry January im Unternehmen unterstützt werden?

Gerade im beruflichen Alltag spielt Alkohol eine nicht zu unterschätzende Rolle – sei es bei Geschäftsessen, Firmenfeiern oder zum Einläuten des Feierabends nach einem stressigen Arbeitstag. Der Dry January bietet die Gelegenheit, diese Gewohnheiten bewusst zu hinterfragen und die eigene Leistungsfähigkeit und Gesundheit neu wahrzunehmen.

Unternehmen können den Dry January aktiv begleiten und damit ein Zeichen für Gesundheitsförderung und Prävention setzen. Gemeinsame, freiwillige Aktionen in der Mitarbeiterschaft stärken die Motivation und das Teamgefühl. So kann der Dry January bspw. in bestehende BGM-Maßnahmen eingebunden werden. Das Anbieten alkoholfreier Getränke bei Feierlichkeiten im Arbeitsalltag versteht sich von selbst – auch über den Monat Januar hinaus.

Aus arbeitsmedizinischer Sicht ist der Dry January eine gute Möglichkeit, gleich zu Beginn des neuen Jahres die Gesundheit der Mitarbeitenden zu fördern und Impulse für einen bewussten Umgang mit Alkohol zu geben.

Und was im Körper passiert, wenn dieser gerade nicht vom Dry January profitiert, lesen Sie in meinem Blogbeitrag Alkohol am Arbeitsplatz.

Weitere Infos:

Stand: Januar 2026

Foto: engin akyurt auf unsplash