Rund 250.000 Menschen in Deutschland leben mit vaskulärer Demenz. Die vaskuläre Demenz ist nach der Alzheimer-Erkrankung die zweithäufigste Form der Demenz. Sie entsteht durch Durchblutungsstörungen im Gehirn, die zu einer Schädigung von Nervenzellen führen. Für Unternehmen und Beschäftigte gewinnt das Thema zunehmend an Bedeutung – zum einen aufgrund der alternden Belegschaften in Zeiten des demografischen Wandels, aber vor allem dadurch, dass Risikofaktoren wie Stress, Bewegungsmangel und Bluthochdruck häufig eng mit dem Arbeitsplatz verbunden sind.

Was ist vaskuläre Demenz?

Unter vaskulärer Demenz versteht man eine Form der kognitiven Beeinträchtigung, die durch Gefäßschäden im Gehirn verursacht wird. Diese entstehen häufig durch Schlaganfälle, kleine unbemerkte Infarkte oder chronische Durchblutungsstörungen. Typisch ist ein eher schubweiser Verlauf, bei dem sich stabile Phasen mit plötzlichen Verschlechterungen abwechseln.

Ursachen und Risikofaktoren für vaskuläre Demenz

Die Hauptursache für die Entstehung einer vaskulären Demenz ist eine gestörte Blutversorgung des Gehirns. Wichtige Risikofaktoren dafür sind:

  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Arterienverkalkung
  • Rauchen
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • Chronischer Stress

Viele dieser Faktoren stehen in engem Zusammenhang mit dem Arbeitsalltag und sind grundsätzlich beeinflussbar. Zudem gibt es Risikofaktoren wie hohes Alter und genetische Veranlagung, die nicht beeinflussbar sind.

Symptome einer vaskulären Demenz

Die Symptome einer vaskulären Demenz können je nach Einzelfall variieren, häufig treten jedoch auf:

• Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen
• verlangsamtes Denken
• Probleme bei Planung und Organisation
• Stimmungsschwankungen oder Antriebslosigkeit
• Gangunsicherheit und Koordinationsprobleme

Im Arbeitskontext zeigen sich erste Anzeichen oft durch nachlassende Leistungsfähigkeit, vermehrte Fehler oder ungewohnte Schwierigkeiten bei komplexen Aufgaben. Die Symptome können plötzlich, aber auch schleichend auftreten.

Auswirkungen einer vaskulären Demenz auf den Arbeitsplatz

Vaskuläre Demenz entwickelt sich häufig im hohen Alter. Betroffene sind in frühen Stadien der Erkrankung noch berufstätig. Für Unternehmen bedeutet das:

• Früherkennung ist entscheidend:
Veränderungen in Leistung oder Verhalten von Mitarbeitenden sollten beobachtet und ernstgenommen werden.
• Arbeitsplatzanpassung:
Strukturierte Aufgaben und klare Abläufe können Mitarbeitende unterstützen.
• Sensibler Umgang:
Eine offene, vertrauensvolle Kommunikation reduziert Unsicherheit und Stigmatisierung im Team.

Prävention im betrieblichen Kontext

Viele Risikofaktoren für eine vaskuläre Demenz sind beeinflussbar. Unternehmen können aktiv zur Vorbeugung beitragen und ihre Mitarbeitenden in der Prävention unterstützen. Durch:

• Förderung von Bewegung (z. B. aktive Pausen, Firmenfitness)
• Stressreduktion und Betriebliches Gesundheitsmanagement
• Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen
• Gesundheitsaufklärung (Ernährung, Lebensstil)
• Unterstützung beim Rauchstopp

Die aufgeführten Maßnahmen stärken die Gefäßgesundheit und tragen langfristig zur Erhaltung der Arbeitsfähigkeit bei.

Welche Demenzarten gibt es?

Viele Menschen setzen Demenz mit der Alzheimer-Erkrankung gleich, da diese Form der Demenz mit mehr als 60 Prozent am häufigsten vorkommt. Tatsächlich handelt es sich jedoch bei Demenz um einen Oberbegriff für verschiedene Krankheitsbilder:

1. Alzheimer-Demenz: Häufigste Form mit langsam fortschreitendem Gedächtnisverlust.
2. Vaskuläre Demenz: Zweithäufigste Form, verursacht durch Durchblutungsstörungen im Gehirn.
3. Lewy-Körper-Demenz: Schwankende geistige Leistungsfähigkeit, visuelle Halluzinationen und Parkinson-ähnliche Symptome.
4. Frontotemporale Demenz (FTD): Frühe Veränderungen von Persönlichkeit, Verhalten und Sprache.
5. Parkinson-Demenz: Tritt im Verlauf einer Parkinson-Erkrankung auf.

Häufig treten Mischformen der Demenz auf, insbesondere Alzheimer und vaskuläre Demenz sind häufig gemeinsam zu beobachten.

Wichtig: Neurologische Untersuchungen, bildgebende Verfahren und kognitive Tests können eine vaskuläre Demenz feststellen. Eine Heilung ist derzeit nicht möglich, jedoch kann das Fortschreiten der Erkrankung durch konsequente Behandlung der Risikofaktoren und vorhandener Grunderkrankungen verlangsamt werden.

Fazit: Die vaskuläre Demenz ist eng mit Lebensstil und Gefäßgesundheit verknüpft und damit ein relevantes Thema für die gesundheitsfördernde Arbeitsplatzgestaltung. Es gilt, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und präventiv zu handeln.

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Fotoquelle: unsplash – milad-fakurian-58Z17lnVS4U

Stand: Mai 2026