Wer sich mit einer Erkältung oder einem grippalen Infekt nicht ausreichend schont, riskiert eine sogenannte Myokarditis. Die gefährliche Herzmuskelentzündung kann schlimmstenfalls zu einer chronischen Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen führen. Auch ein plötzlicher Herztod ist möglich. Übertreiben Sie es also nicht mit dem sportlichen Ehrgeiz zu Jahresbeginn!

Gute Vorsätze zum Jahresanfang – Sie kennen das. Endlich mehr Sport machen; das nehmen sich viele vor und starten in den ersten Wochen des Jahres hochmotiviert. Viele übertreiben jedoch und muten ihrem Körper mehr zu als dieser verkraften kann. Hinzu kommt, dass es in der kalten Jahreszeit nur so wimmelt von Viren und Bakterien. Viele Freunde und Kollegen sind krank und vielleicht hat es Sie schon selbst erwischt. Ach, das bisschen Schniefen und Husten. Deshalb wollen Sie doch ihren neuen guten Vorsatz nicht gleich wieder aufgeben? Doch, das sollten Sie!

Wer angeschlagen und mit einer nicht auskurierten Erkältung oder gar einem grippalen Infekt Sport treibt und weiter zur Arbeit geht, tut seinem Körper nichts Gutes, sondern kann ihn möglicherweise lebensgefährlich schädigen.

Herzmuskelentzündung erkennen

Die größte Gefahr bei der Herzmuskelentzündung ist, dass die Erkrankung nicht erkannt wird. Da die Symptome zu unspezifisch sind und gerade von jungen Menschen selten mit ihrem Herz in Verbindung gebracht werden, wird eine Myokarditis oft erst spät diagnostiziert.

Wenn Sie sich schlapp fühlen und schon bei kleinen körperlichen Anstrengungen Luftnot verspüren oder gar Schmerzen in der Brust, sollten Sie schnellstens einen Arzt aufsuchen. Insbesondere dann, wenn Sie kürzlich einen Infekt mit Fieber hatten. Denn die beschriebenen Symptome können Anzeichen für eine Herzmuskelentzündung sein. Die Myokarditis ist eine ernst zu nehmende Krankheit, die sowohl bei völlig unsportlichen als auch bei sehr gut trainierten und vor allem jungen Menschen auftreten kann.

Symptome einer Herzmuskelentzündung

  • Atemnot
  • Druckgefühl oder Schmerzen hinter dem Brustbein
  • Herzrasen
  • Herzrhythmusstörungen, z. B. Herzstolpern
  • bläuliche Verfärbung der Haut bzw. Blässe aufgrund von Sauerstoffmangel im Blut
  • Ansammlung von Flüssigkeit in den Beinen

Infektiöse oder nicht-infektiöse Myokarditis

Bei einer infektiösen Herzmuskelentzündung kann die Erkrankung auf Viren oder Bakterien zurückgeführt werden. Viren, die für Herpes, Mumps, Röteln, Masern oder Influenza verantwortlich sind, können eine Herzmuskelentzündung hervorrufen. Das sogenannte Coxsackie B-Virus ist ein häufiger viraler Auslöser. Das Problem: Gegen eine virale Erkrankung gibt es kein Medikament. Sind Bakterien für die Herzmuskelentzündung verantwortlich, werden Antibiotika verschrieben.

Eine nicht-infektiöse Herzmuskelerkrankung kann durch andere Erkrankungen, wie z. B. Rheuma entstehen. Es gibt in diesem Fall keinen Krankheitserreger, sondern die Herzmuskelentzündung entsteht, weil das eigene Immunsystem nicht mehr richtig funktioniert (Autoimmunerkrankung). Auch durch bestimmte Medikamente oder Bestrahlung kann eine Myokarditis ausgelöst werden.

Therapie bei einer Herzmuskelentzündung

Schonen, schonen, schonen.

Wer an einer Herzmuskelentzündung erkrankt ist, muss jegliche körperliche Anstrengung vermeiden. Das bedeutet: Keinerlei anstrengende Bewegungen und Tätigkeiten – privat wie beruflich, denn mit einer Myokarditis sind Betroffene ohnehin arbeitsunfähig. Und an Sport ist nicht zu denken, denn eine sportliche Belastung würde den Herzmuskel weiter angreifen und ihn nachhaltig schädigen. Dabei kann für erkrankte Menschen der Hausputz oder das normale Treppensteigen schon eine „sportliche“ Belastung darstellen.

Die strikte körperliche Schonung sollten Betroffene einhalten und nicht frühzeitig beenden, um einen Rückfall zu vermeiden. Wer sich an die Anweisungen seiner Ärzte hält, hat gute Chancen, die Herzmuskelentzündung ohne bleibende Schäden zu überstehen. Der Großteil der an einer Herzmuskelentzündung erkrankten Patienten erholt sich wieder vollständig – die entzündeten Herzmuskeln heilen von alleine. Der Rest trägt bleibende Schäden davon und muss lebenslang mit den Folgen der Myokarditis leben – wenn es nicht bereits zum Äußersten gekommen ist.

Lassen Sie es erst gar nicht so weit kommen und beugen Sie vor. Wenn Sie krank sind, werden Sie erst richtig gesund, ehe Sie Ihrem Körper wieder zusätzliche körperliche Belastungen zumuten – egal, ob beruflich oder privat.

Weitere Informationen

Deutsche Herzstiftung e.V.

 

Bild: AdobeStock_201777062 chinnarach

Stand: Januar 2020