Infektionen mit dem Hantavirus in Nordrhein-Westfalen sind in den vergangenen Jahren eher gering: 2026 waren es bislang zwölf Fälle, im Jahr 2025 haben sich 58 Menschen mit dem Hantavirus infiziert und im Jahr 2024 gab es 37 Fälle. Die bei uns vorkommende Variante, das Puumala-Virus (PUUV), wird von Rötelmäusen übertragen. In den Medien ist das Hantavirus aktuell aufgrund des Ausbruchs des Andes-Virus (ANDV) auf einem Kreuzfahrtschiff in Südamerika. Egal, welcher Hantavirustyp – es gibt Möglichkeiten, sich vor einer Infektion zu schützen.

Übertragungswege

Nagetiere wie Mäuse und Ratten können Hantaviren übertragen, in Deutschland insbesondere die Rötelmaus. Die erkrankten Tiere scheiden die Erreger über Urin, Kot und Speichel aus. Menschen können sich mit Hantaviren infizieren, wenn kontaminierter Staub aufgewirbelt wird und sie diesen einatmen oder ihre Hände mit den Erregern in Berührung kommen. Auch eine Ansteckung durch Bisse von Nagetieren ist möglich.

Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht bei den folgenden Tätigkeiten:

  • Arbeiten in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Bauwesen
  • Reinigen von Scheunen, Schuppen, Ställen oder Häusern, in denen Nagetiere vorkamen oder noch vorkommen
  • Aktivitäten im Freien, wie etwa Gartenarbeiten, Holzschlagen oder -stapeln, Zelten, Joggen und Jagen

Die Wahrscheinlichkeit, sich mit Hantaviren anzustecken, unterscheidet sich regional. Das Münsterland gilt als Risikogebiet.

Symptome

In vielen Fällen verläuft eine Hantavirus-Infektion mit dem Puumala-Virus symptomfrei oder mit sehr leichten Symptomen und einem moderaten Krankheitsverlauf. Schwerere Verläufe sind selten und zeigen sich durch Fieber, Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen. Bei manchen Erkrankten kommt es zu Nierenfunktionsstörungen bis hin zum Nierenversagen. Erste Beschwerden treten üblicherweise zwei bis vier Wochen nach der Ansteckung auf. Wenden Sie sich an Ihren Hausarzt, wenn Sie den Verdacht haben, an einer Hantavirus-Infektion zu leiden.

Eine Schutzimpfung gibt es bisher nicht. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch oder über Haustiere wurde nach bisherigem Forschungsstand ausgeschlossen. Mit Blick auf den Ausbruch des der Andes-Virus auf einem Kreuzfahrtschiff schließt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) allerdings eine Übertragung von Mensch zu Mensch nicht aus. Der Verlauf einer Infektion mit dem Andes-Virus ist deutlich schwerer und bringt eine höhere Sterblichkeit mit sich.

Aktuelle Lage in Nordrhein-Westfalen

Prognose Hantaviren NRW 2026

 

 

 

 

Abbildung: www.lzg.nrw.de (Stand: 8. Mai 2026)

Generelle Vorsichtsmaßnahmen

  • Schützen Sie Ihre Lebensmittel vor Nagetieren, indem Sie diese sicher verpacken.
  • Zeigen Sie Kindern, wie man seine Nahrung vor Nagern schützt (z. B. insbesondere draußen kein unverpacktes Essen ablegen).
  • Waschen Sie sich die Hände, nachdem Sie draußen, im Keller, auf dem Dachboden oder in einem Schuppen waren.
  • Bekämpfen Sie Nager im Wohnumfeld.

Schutzmaßnahmen bei der Reinigung

Um sich bei der Beseitigung von Nagetieren und ihren Hinterlassenschaften nicht anzustecken, sollten Sie Folgendes beachten:

  • Lüften Sie mindestens 30 Minuten lang mit weit geöffneten Fenstern, bevor Sie Räume mit Mausbefall reinigen.
  • Vermeiden Sie, bei der Beseitigung von Mäusekot und Nestern Staub aufzuwirbeln. Dazu können Sie die Hinterlassenschaften der Tiere mit einem handelsüblichen Reinigungsmittel gut befeuchten.
  • Benutzen Sie keinen Staubsauger, weil Viren durch die Abluft wieder verteilt werden können.
  • Schützen Sie sich bei der Reinigung mit enganliegenden Gummihandschuhen und ggf. mit einem passenden Mundnasenschutz, am besten mit einer FFP3-Maske.
  • Entsorgen Sie tote Mäuse und belegte Mausefallen in einer Plastiktüte. Diese können Sie in den Hausmüll geben.
  • Falls Sie Mausefallen mehrfach verwenden, reinigen Sie diese nach der Benutzung.
  • Waschen Sie sich nach der Reinigung gründlich mit Wasser und Seife die Hände.

Weitere Informationen zum Thema Hantaviren:

Foto: Fotolia_137367129_XS

Stand: Mai 2026