Jeder Zweite, der das 85. Lebensjahr erreicht, erkrankt einmal während seines Lebens an Herpes zoster – Gürtelrose. Voraussetzung: eine vorherige Windpockenerkrankung. Denn das für Windpocken verantwortliche Varicella-zoster-Virus (VZV) schlummert nach der Erstinfektion im Kindesalter bis zur Reaktivierung ein Leben lang in unserem Nervensystem.

Bei der Diagnose „Herpes“ denken die meisten Menschen direkt an den bekannten Lippenherpes, der oft bei Stress oder Ekel in Erscheinung tritt. Hierbei handelt es sich um das sogenannte Herpes-simples-Virus 1 (HSV-1). Aus derselben Familie stammt das HSV-2, welches Genitalherpes verursacht. Weitere Erkrankungen, die durch Herpesviren ausgelöst werden können, sind z. B. Pfeiffersches Drüsenfieber oder Dreitagefieber. Herpes ist somit nicht gleich Herpes.

 

Windpocken und Gürtelrose

Das Varicella-zoster-Virus (VZV) kann gleich zwei Krankheiten verursachen und hat daher den treffenden Doppelnamen. Bei der Erstinfektion löst es – meist schon im Kindesalter – die Windpockenerkrankung aus (Varizellen). Nach der Erkrankung verbleibt das Virus im Körper und schlummert dort in den Nervenzellen. Bei seiner Reaktivierung entsteht die Gürtelrose (Herpes zoster).

 

Symptome einer Gürtelrose

Die ersten Symptome der Gürtelrose ähneln denen einer Grippe:

  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • leichtes Fieber
  • Schmerzen und Kribbeln im Versorgungsbereich der betroffenen Nerven

Erst im Laufe der Erkrankung zeigt sich bei der Gürtelrose ein Hautausschlag, der begrenzt auf ein bestimmtes Hautareal auftritt – meist gürtelartig im Brust- und Lendenbereich, seltener im Gesicht. Kleine erhabene Stellen auf der Haut weisen stark juckende stecknadelgroße Bläschen auf. Die Bläschen platzen im Verlauf der Krankheit auf, trocknen aus und es bildet sich Schorf auf der Haut. Die Gürtelrose kann auch mit starken Nervenschmerzen einhergehen, die unter Umständen auch nach dem Abheilen des Hautausschlags für mehrere Wochen, Monate oder noch Jahre nach der Erkrankung anhalten können (Post-Zoster-Neuralgie).

 

Wer erkrankt an Gürtelrose?

Um an einer Gürtelrose zu erkranken, muss der Betroffene zuvor irgendwann im Leben eine Windpockenerkrankung erlitten haben. Ohne diese wäre das Varicella-zoster-Virus (VZV) nicht im Körper vorhanden. Gefährdet für eine Erkrankung sind insbesondere ältere und immungeschwächte Menschen.

Die Gürtelrose tritt demzufolge vor allem bei Personen über 50 Jahren auf. Ursache ist das mit dem Alter nachlassende Immunsystem. In seltenen Fällen sind auch jüngere Menschen betroffen. Ein schwaches Immunsystem begünstigt in jedem Alter das Ausbrechen der Erkrankung. Stress, UV-Licht, Infekte – es gibt viele Auslöser, die die Reaktivierung des Virus auslösen können.

 

Ist Gürtelrose ansteckend?

Ja, die Gürtelrose ist ansteckend, aber deutlich geringer als eine Windpockenerkrankung. Nur der direkte Kontakt mit den virushaltigen und damit infektiösen Bläschen auf der Haut kann zu einer Ansteckung führen. Allerdings können sich ausschließlich Personen anstecken, die noch keine Windpocken hatten (z. B. Enkelkinder). Für alle anderen ist der Kontakt unproblematisch. Durch Abdecken der betroffenen Hautareale kann bei einer Gürtelrose die Ansteckungsgefahr deutlich reduziert werden.

 

Behandlung der Gürtelrose

Bei einer Gürtelrose wird in den meisten Fällen eine antivirale Therapie mit Medikamenten durchgeführt. Zusätzlich erhält der Patient Schmerzmittel bzw. juckreizlindernde Präparate. Nach wenigen Wochen ist der Hautauschlag meist abgeheilt. Allerdings kann man eine Gürtelrose auch mehrmals bekommen.

 

Impfung gegen Gürtelrose

Seit Dezember 2018 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung gegen Gürtelrose mit einem Herpes-zoster-Totimpfstoff.

Empfohlen wird die Impfung für alle Personen ab einem Alter von 60 Jahren. Ab einem Alter von 50 Jahren wird die Impfung Personen mit einem geschwächten Immunsystem nahe gelegt. Zu dieser Gruppe gehören z. B. Personen mit:

  • angeborener oder erworbener Immundefizienz oder Immunsuppression
  • HIV-Infektion
  • Rheumatoider Arthritis
  • systemischem Lupus erythematodes
  • chronisch entzündlichen Darmerkrankungen
  • chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen oder Asthma bronchiale
  • chronischer Niereninsuffizienz
  • Diabetes mellitus

 

Eine Erkrankung an Gürtelrose muss nicht an das Gesundheitsamt gemeldet werden.

 

Weitere Informationen

Ratgeber des Robert Koch Instituts

 

Foto: Fotolia_182179050_SHerpes viruses and antibodies © Tatiana Shepeleva

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